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Presse

Qualitätsbericht SPNV NRW 2021 veröffentlicht

25.06.2021

Schienenpersonennahverkehr im Jahr 2020 pünktlicher als in den Vorjahren – RRX-Fahrzeuge mit spürbar positiven Effekten – Corona-Pandemie stellt Branche vor große Herausforderungen

Bielefeld. Transparent, sachlich, umfassend – Das macht auch den diesjährigen NRW-Qualitätsbericht für den Schienenpersonennahverkehr aus, der vom Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan NRW (KC ITF) herausgegeben wurde. Und er gibt klare Botschaften: Erfreuliche Erkenntnisse liefern die Kennzahlen der Betriebsqualität. Die durchschnittliche Pünktlichkeitsquote steigt um zwei Prozentpunkte auf 86,8%. Das zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen der Akteure Wirkung entfalten. Besonders die Qualität der vier Linien im RRX-Vorlaufbetrieb ist deutlich besser geworden. Die Corona Pandemie hinterließ im Jahr 2020 hingegen deutliche Spuren im SPNV. So führte der erste Lockdown zu einem Einbruch der Fahrgastzahlen um bis zu 75%.

Der landesweite Qualitätsbericht SPNV fasst auf 54 Seiten die Betriebs- und Infrastrukturqualität im zurückliegenden Berichtsjahr 2020 in Nordrhein-Westfalen zusammen. Dabei ist festzustellen: Regionalexpress (RE) und Regionalbahn (RB) waren 2020 deutlich pünktlicher als noch im Vorjahr. Die größte positive Veränderung gab es bei den Linien im Regionalexpress. Sie steigerten ihre durchschnittliche Pünktlichkeitsquote um 4,3 Prozent auf 84,3 Prozent (2019: 80,0%). Die RB-Linien verbesserten die Pünktlichkeitsquote von 86,2 auf 88,5 Prozent. Anders verlief die Entwicklung bei den S-Bahnen: bei ihnen sank die Quote von 90,8 auf 88,2 Prozent. Als verspätet gilt ein Zug ab einer Verspätung von 3:59 Minuten.

Hervorzuheben sind dabei insbesondere die vier Linien im RRX-Vorlaufbetrieb, die alle eine stark gestiegene Pünktlichkeitsquote aufweisen. Zu den RRX-Linien im Vorlaufbetrieb gehören der RE 1 (RRX), RE 5 (RRX), RE 6 (RRX) und der RE 11 (RRX). „Trotz des teils langen Linienverlaufs wie zum Beispiel beim RE 6 (RRX) von Minden nach Köln mit vielen hoch ausgelasteten Streckenabschnitten und Bahnhöfen weisen die zukünftigen Linien des Rhein-Ruhr-Express (RRX) starke Verbesserungen in der Betriebsqualität auf. Davon profitieren Fahrgäste in nahezu allen Teilen NRWs, im Rheinland und Westfalen genauso wie im Ruhrgebiet. Die neuen Fahrzeuge tragen dazu einen entscheidenden Anteil bei, weil sie weniger störanfällig und sehr spurtstark sind“, erläutert Kai Schulte, Leiter des KC ITF NRW.

Die Streckennetzqualität in NRW hat sich 2020 ebenfalls leicht verbessert. Eine Analyse der Langsamfahrstellen im Streckennetz zeigt, dass Mängel an der Infrastruktur gegenüber den Vorjahren zurückgegangen sind. Insgesamt ist die durchschnittliche Anzahl an Langsamfahrstellen je Monat von 81 im Jahr 2019 auf 62 im Jahr 2020 gesunken. Bautätigkeiten bleiben jedoch der Hauptgrund für Langsamfahrstellen, wo vorübergehend niedrigere Geschwindigkeiten als im Normalbetrieb gefahren werden müssen. Bei der Stationsqualität der Bahnhöfe in NRW bilden weiterhin Graffiti, beschädigte Fahrplanaushänge und eine eingeschränkte Barrierefreiheit die zukünftigen Herausforderungen.

Der mittlerweile zum 10. Mal durchgeführte Qualitätsbericht macht die in NRW erhobenen Daten transparent und zeigt langfristige Entwicklungen der Betriebs- und Infrastrukturqualität auf. Durch den Vergleich von Kennzahlen, die über mehrere Jahre vorliegen, können Tendenzen entdeckt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die den Schienenpersonennahverkehr langfristig verbessern. Hierzu gehören zum Beispiel Maßnahmen für die Infrastruktur wie die Beseitigung von Engpässen.

Erstmalig wurden auch Auswirkungen der Corona-Pandemie im Qualitätsbericht erfasst. So ist zu erkennen, dass es während der Pandemie einen deutlichen Einbruch bei den Fahrgastzahlen gab. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2020 sind die Fahrgastzahlen mit Beginn des ersten Lockdowns zeitweise um bis zu 75 Prozent gesunken. Während die Gesamtmobilität in NRW im Laufe des Jahres phasenweise das Vorkrisen-Niveau erreichte, haben sich die Verluste im SPNV im letzten Jahr verfestigt. Im Durchschnitt lag die SPNV-Nachfrage knapp 50% unter den Werten des Jahresbeginns. Es ist dabei von Verlagerungseffekten auf andere Verkehrsmittel auszugehen.

Das Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan NRW (KC ITF NRW) erstellt den Qualitätsbericht im Auftrag des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Das KC ITF NRW ist eines der vier vom Land geförderten Kompetenzcenter zur Koordinierung von Schwerpunktthemen im Personennahverkehr. Seinen Sitz hat es in Bielefeld beim Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

Der Bericht ist online abrufbar unter: https://www.kcitf-nrw.de/service/downloads.html. Die gedruckte Version kann beim KC ITF NRW angefordert werden.

NEU: Ergänzend werden aktuellere Qualitätsdaten zu allen SPNV-Linien in NRW quartalsweise online zur Verfügung gestellt: www.mobil.nrw

 

Ihr Ansprechpartner

Kompetenzcenter ITF NRW (KC ITF NRW)
Simon-Konstantin Breitkopf
Planung & Qualitätsmanagement
Telefon: 0521-329433-29
E-Mail: s.breitkopf@kcitf-nrw.de
 

Uli Beele

Leitung Presse & Kommunikation

Uli Beele

Telefon: 02303 95263-12

E-Mail: kommunikation@nwl-info.de

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