Stationsqualität

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Stationsqualität

Stationsqualität

Ein wesentliches Kriterium für die Attraktivität des Nahverkehrs ist die Qualität der Verkehrsstationen, die als Zugangs- und Aufenthaltsort den ersten Eindruck auf die Reisenden entscheidend prägen.

Aktuell bieten 279 Verkehrsstationen im NWL-Gebiet einen Zugang zum SPNV in Westfalen-Lippe. Die überwiegende Anzahl der Stationen wird durch DB Station&Service betrieben. Der Halt an einer Station wird durch die EVU mit den jeweiligen Stationsbetreibern auf Basis von Infrastrukturnutzungsbedingungen vertraglich vereinbart. Die Einflussmöglichkeiten des NWL auf die Qualität der Verkehrsstationen sind so nur eingeschränkt vorhanden, da kein direktes Vertragsverhältnis mit dem Betreiber besteht.

Dennoch führt der NWL seit 2013 eigene systematische Erhebungen über die Qualität der Stationsinfrastruktur durch. Zwei Mal jährlich bewerten die eigens hierfür geschulten Profitester die Zugangs- und Bahnsteigbereiche der Stationen.

Bei der Bewertung der Qualität sind die drei wesentlichen Kriterien Graffiti, Sauberkeit und Verschmutzung sowie Funktionalität wesentlich. Die Bewertung dieser Kriterien erstreckt sich auf die Bahnsteige und das Gleisbett sowie die Zugangs- und Aufenthaltsbereiche im unmittelbaren Umfeld der Station. Aus den Einzelbewertungen dieser Kriterien wird ein Jahresdurchschnittswert für jede Station ermittelt.

Maßgeblich ist beim Großteil der aufgenommenen Mängel, ob diese längerfristig vorhanden sind und der Betreiber bereits die Gelegenheit hatte, diese zu beseitigen. Nicht beurteilt werden der allgemeine bauliche Zustand einer Station und der Ausbaustand zur Barrierefreiheit. Um Verwerfungen aus dieser Betrachtung auszuschließen, werden Stationen, die ganzjährig umgebaut wurden, aus der Bewertung herausgenommen. Für das Jahr 2020 sind dies die Stationen Ahlen, Bad Oeynhausen, Brackwede, Heessen, Löhne, Minden, Neubeckum, Oelde, Porta Westfalica, Schwerte sowie Siegen Hbf.

Kriterium Graffiti

Der Einfluss der Graffitiverschmutzung einer Station auf die Bewertung des Erscheinungsbildes ist deutlich erkennbar und seit 2018 ist eine deutliche Zunahme der Verschmutzungen durch Graffiti festzustellen. Diese Zunahme ist hauptverantwortlich für die insgesamt leicht rückläufige Stationsqualität. Die Erfahrungen zeigen, dass für eine nachhaltige Verbesserung der Stationsqualität eine schnelle und kontinuierliche Entfernung von Graffiti entscheidend ist. Dies gilt vor allem an besonderen Schwerpunkten, wo neben Graffiti auch Müll und Vandalismus wiederkehrend ein Problem darstellen und sich gegenseitig verstärken.

Kriterium Sauberkeit

Die Sauberkeit der Zugangsbereiche und Bahnsteige wird anhand von leicht zu entfernenden Verschmutzungen bewertet, beispielsweise herumliegender Müll. Neben den Verkehrsflächen, auf denen sich die Reisenden bewegen, wird auch die Sauberkeit des Gleisbettes geprüft. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass es sich bei der Prüfung der Sauberkeit um eine Momentaufnahme des Zustandes der Station durch den Prüfer handelt, wobei die Zugangsbereiche tendenziell schlechter abschneiden als die Bahnsteige. Die Ergebnisse zeigen weiterhin eine überwiegend gute Qualität der Sauberkeit.

Kriterium Funktionalität

Die bei der Bewertung der Funktion der Ausstattungselemente im Zugangs- und Bahnsteigbereich festgestellten Mängel umfassen das gesamte Portfolio der Stationsausstattung. Häufig festgestellte Mängel im Zugangsbereich sind defekte Putz- und Fliesenbeläge im Personentunnel und Treppenaufgang sowie eine unzureichende Beleuchtung. Die Erreichbarkeit der Bahnsteige wird vor allem durch defekte Personenaufzüge erschwert. Einschränkungen insbesondere auf dem Bahnsteig treten häufig durch defekte Sitzmöbel, Fahrplanvitrinen, Uhren oder Wetterschutzhäuser sowie durch eine schlecht lesbare Beschilderung und Wegeleitung auf. Die aufgezählten Mängel sind jedoch einzelfallabhängig und lassen daher keine allgemeingültige Tendenz erkennen. Schwach frequentierte Stationen in Ortsrandlage hingegen bilden beim NWL den Schwerpunkt für Vandalismusschäden. Im NWL ist die Funktionalität konstant auf einem hohen Niveau bewertet worden.

Stationsmodernisierung

Im Jahr 2020 sind umfangreiche Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen an den Stationen abgeschlossen worden, die wesentlich zur Steigerung der Stationsqualität insgesamt, aber auch zur Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum SPNV in Westfalen-Lippe im Besonderen beitragen.

Gesamtbewertung

Der NWL hat insgesamt 279 Verkehrsstationen, von denen ein Großteil kleine Stationen sind. Für diese Stationen sind manche der Erhebungskriterien, wie zum Beispiel eine Bahnhofsuhr, Sitzgelegenheit oder ein Wetterschutz zwar erwünscht, aber keine zwingende Vorgabe. Die Karte stellt die Gesamtergebnisse der Stationserhebung für das Jahr 2020 sowie umgesetzte oder sich im Bau bzw. in der Planung befindliche Modernisierungsmaßnahmen dar.

In der Gesamtbetrachtung der beiden Wellen der NWL-Stationserhebung 2020 erreichen mit 206 Stationen der überwiegende Anteil (73,8%) das Prädikat „sehr gut/in Ordnung“. 50 Stationen wurde eine mittelmäßige Qualität bescheinigt und an 12 Stationen, was lediglich 4,3% aller Stationen entspricht, besteht aus Sicht des NWL besonderer Verbesserungsbedarf.