Der Nahverkehrsplan für das NWL-Gebiet wird derzeit erarbeitet.
Der zeitliche Ablauf

Beteiligung am Fortschreibungsprozess
Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Partnern ist ein zentraler Bestandteil der Erarbeitung des NWL-Nahverkehrsplans.
Bereits in einem frühen Stadium des Prozesses (bis 2021) wurden verschiedene regionale Beteiligungsformate wie eine Bürgerbeteiligung oder Fachworkshops durchgeführt, um Anforderungen und Erwartungen an eine zeitgemäße Mobilität insgesamt, aber auch an den SPNV im Speziellen aufzunehmen.
Der NWL entschied sich aufgrund veränderter Rahmenbedingungen dazu, eine weitere Bürgerbeteiligung durchzuführen, um die strategische Ausrichtung des NWL mit den Bedürfnissen der Menschen in Westfalen-Lippe abzugleichen.
Diese Bürgerbeteiligung fand vom 8. September bis 5. Oktober 2025 statt. Über 800 Teilnehmende brachten wertvolle Hinweise und Anregungen für die Erstellung des Nahverkehrsplans ein.
Unter anderem auf dieser Grundlage erarbeiteten die Fachabteilungen den ersten Entwurf des NWL-Nahverkehrsplans.
Nach Beschluss der NWL-Verbandsversammlung wurde dieser erste Entwurf im Dezember 2025 in die Phase der sogenannten vorgelagerten Beteiligung überführt, in der ausgewählte Stakeholder erste Stellungnahmen abgeben konnten. Die eingegangenen Hinweise wurden geprüft, fachlich diskutiert und – sofern sachlich geboten – in eine zweite Entwurfsfassung des NWL-Nahverkehrsplans integriert.
Inzwischen wurde im März 2026 nach Beschluss der NWL-Verbandsversammlung das gesetzlich vorgeschriebene formale Beteiligungsverfahren gestartet. In diesem Verfahren werden über 170 Akteure, darunter Träger öffentlicher Belange wie etwa die Kreise und kreisfreien Städte im Verbandsgebiet, aber auch Fahrgastverbände, eingebunden. Die Beteiligungsphase lief bis Ende Mai 2026.
Die finale Beschlussfassung für den NWL-Nahverkehrsplan ist derzeit für den Herbst 2026 vorgesehen.
Drei Fakten zum Nahverkehrsplan: Wer, was, warum?
Wer erstellt den Nahverkehrsplan?
In Westfalen-Lippe ist der NWL als für den SPNV verantwortlich. Er koordiniert die Erstellung und Abstimmung des Nahverkehrsplans. Dabei bezieht er Kommunen, Verkehrsunternehmen, Verbände und die Bürger ein. Der NWL prüft Hinweise und Bedarfe, um sie bestmöglich in seine Ziele und Maßnahmen zu integrieren.
Die Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit den zuständigen Gremien im NWL, die den Plan beschließen. Auch die Finanzierung der notwendigen Maßnahmen muss gesondert sichergestellt werden.
Was beinhaltet der Nahverkehrsplan?
- Grundlagen & Rahmenbedingungen: Gesetzliche Anforderungen, Finanzierung, Mobilitätstrends, demografische Entwicklung in Westfalen-Lippe
- Bestandsanalyse Angebot: Linien, Takte, Betriebszeiten, Infrastruktur und eingesetzte Fahrzeuge
- Bestandsaufnahme Qualität & Service: Sicherheit, Qualitätskennzahlen, Fahrgastinformation
- Zielbild & strategische Ausrichtung: Leitlinien und Vision des NWL für den Nahverkehr
- Mindeststandards: Takte, Betriebszeiten, Barrierefreiheit, Ausstattung der Fahrzeuge
- Tarife & Beförderungsbedingungen: Tarif- und Vertriebsaspekte, inkl. Abstimmung mit anderen Verkehrsverbünden
- Angebots- & Infrastrukturausbau: dichtere Takte, neue Linien und Haltepunkte, alternative Angebote (z. B. Rufbusse), Vernetzung
- Finanzierung & Investitionen: Priorisierung von Maßnahmen und Darstellung der Infrastrukturmaßnahmen
Warum ist der Nahverkehrsplan wichtig?
Teilhabe
ÖPNV ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe – unabhängig von Alter, Wohnort oder Einkommen. Er erhöht Lebensqualität und schafft Zugang zu Arbeit, Bildung, Gesundheit und Kultur. Dies ist die Basis für den Nahverkehrsplan.
Daseinsvorsorge
Verlässliche Mobilität ist elementarer Bestandteil der Grundversorgung. Der Nahverkehrsplan macht sie planbar und priorisiert Investitionen, damit das Angebot vor Ort bedarfsgerecht ist und funktioniert.
Verkehrswende
Ein attraktiver, vernetzter Nahverkehr verlagert Wege vom Auto auf klimafreundlichere Angebote. Das beschleunigt die Verkehrswende und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Wie, das zeigt der Nahverkehrsplan.
Stadt & Land
Ländliche Räume gewinnen Anschluss – etwa zu Arbeitgebern, Ausbildungsstätten, medizinischen Einrichtungen und Freizeitangebote. Städte profitieren von weniger Stau und Parkplatzdruck und gesünderer Luft. Hierzu zeigt der Nahverkehrsplan Perspektiven auf.
Wie passt der Nahverkehrsplan ins große Ganze?
Der Nahverkehrsplan (NVP) bündelt zentrale Entwicklungen des SPNV in Westfalen-Lippe in einem gemeinsamen strategischen Rahmenwerk zusammen. Dazu zählen unter anderem das Zielnetz 2032/40, S-Bahn-Konzepte, Reaktivierungen sowie Maßnahmen zur Stationsentwicklung.
