Fahrzeuge im SPNV
Fahrzeuge im SPNV müssen eine große Bandbreite an Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sie sollen komfortabel und barrierefrei sein, genügend Kapazitäten bieten und einen verlässlichen, sicheren Betrieb ermöglichen. Der NWL legt verbindlich fest, welche Anforderungen Fahrzeuge auf den einzelnen Linien erfüllen müssen.
Die folgenden Kriterien zeigen, worauf es bei Planung und Einsatz ankommt.

Darauf kommt es an:
Komfort und Ausstattung
Damit sich Fahrgäste während der Fahrt wohlfühlen und ihre Reisezeit sinnvoll nutzen können, setzt der NWL auf eine funktionale und ansprechende Gestaltung der Fahrzeuge. Ergonomisch geformte Sitzplätze mit ausreichend Abstand und guter Polsterung sorgen für Komfort bei längeren Fahrten. Eine durchdachte Sitzanordnung und großzügige Gangbereiche erleichtern die Orientierung und schaffen Bewegungsfreiheit.
Steckdosen an den Sitzplätzen, leistungsfähiges WLAN und eine stabile Mobilfunkverbindung ermöglichen es, unterwegs zu arbeiten, im Netz zu surfen oder zu entspannen. Hochwertige und pflegeleichte Materialien erleichtern die Reinigung und halten die Innenräume sauber.
Barrierefreiheit und Zugang
Barrierefreie Fahrzeuge sind eine wesentliche Voraussetzung für selbstständige Mobilität. Ziel ist es, dass alle Fahrgäste ihre Reise selbstständig und möglichst ohne fremde Hilfe vornehmen können. Der NWL achtet deshalb auf einen stufenfreien Ein- und Ausstieg sowie eine durchgängig barrierearme Gestaltung. Hierzu verfügen die Fahrzeuge über Spaltüberbrückungen, um den Einstieg zu erleichtern.
Im Innenraum schaffen ausreichend breite und barrierefrei gestaltete Gänge Bewegungsfreiheit. Rollstuhlplätze in der Nähe von Universal-WCs erleichtern die Nutzung für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Informationen werden zudem visuell und akustisch bereitgestellt, damit sich alle Fahrgäste gut orientieren können.
Weitere Informationen zum Thema Barrierefreiheit finden Sie hier:
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Platzangebot und Flexibilität
Auch mit Kinderwagen, Rollator, Fahrrad oder großem Gepäck soll das Reisen bequem möglich sein. Der NWL plant deshalb im Rahmen der verfügbaren Bahnsteig- und Gleiskapazitäten ausreichend Kapazität und nutzbare Flächen in den Fahrzeugen ein. Mehrzweckbereiche schaffen flexiblen Platz für unterschiedliche Bedarfe. Klappsitze bieten zusätzliche Sitzplätze bei hohem Fahrgastaufkommen.
Dabei gilt eine klare Reihenfolge: Zuerst sind die Mehrzweckbereiche für die Nutzung von Reisenden mit Kinderwagen und Mobilitätshilfen vorgesehen, anschließend für Fahrräder und danach für die Nutzung als Steh- oder Sitzplatz.
Information und Orientierung
Verlässliche Fahrgastinformationen sind wichtig für eine sichere und planbare Reise. Der NWL nutzt dafür moderne Fahrgastinformationssysteme, die Daten in Echtzeit bereitstellen. Dazu gehören Hinweise zu Verspätungen und Ausfällen, Anschlussverbindungen, Baustellen und Umleitungen.
Die Informationen werden gut sichtbar im Fahrzeug angezeigt und sind mit digitalen Auskunftsmedien abgestimmt. Akustische Ansagen unterstützen Fahrgäste bei ihrer Reise ebenfalls.
Sicherheit und Zuverlässigkeit
Im Fahrzeug tragen verschiedene Maßnahmen zur Sicherheit der Fahrgäste bei. Videoaufzeichnungssysteme leisten dazu einen wichtigen Beitrag und erhöhen das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste.
Zugleich sind die Fahrzeuge robust und widerstandsfähig gestaltet, damit sie auch bei intensiver Nutzung zuverlässig im Einsatz bleiben. Die Einhaltung einschlägiger Normen für Zulassung und zur Sicherheit des Eisenbahnbetriebs sind selbstverständlich.
Gestaltet für Pünktlichkeit
Für ein attraktives Angebot im Nahverkehr müssen Fahrzeuge zuverlässig und leistungsfähig sein. Gleichzeitig ist die Streckeninfrastruktur vielerorts stark ausgelastet und die Fahrpläne bieten nur wenig Spielraum. Eine hohe Beschleunigungs- und Bremsleistung sowie eine auf Infrastruktur und Nachfrage abgestimmte Fahrzeuggröße unterstützen deshalb einen stabilen Betrieb.
Auch die Einstiegsbereiche sind so gestaltet, dass Fahrgäste schnell ein- und aussteigen können. So bleiben die Haltezeiten kurz.
Möglichst einheitlich und modular aufgebaute Fahrzeuge vereinfachen Wartung und Instandhaltung und erleichtern den Einsatz in unterschiedlichen Netzen. Fahrzeuge lassen sich so bei Bedarf flexibler einsetzen.
Automatische Fahrgastzählsysteme liefern zudem wichtige Daten zu Auslastung und Nachfrage. Sie helfen dabei, das Angebot besser zu planen und Kapazitäten bedarfsgerecht einzusetzen.
Gut fürs Klima
Elektrisch angetriebene Fahrzeuge leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zu einem klimafreundlichen Nahverkehr in Westfalen-Lippe. Der NWL stellt den Schienenpersonennahverkehr schrittweise sogar auf 100 Prozent klimafreundliche Antriebe im Schienenpersonennahverkehr um. Dazu wird der Einsatz von Dieseltriebzügen reduziert und der Betrieb zunehmend elektrifiziert.
Idealerweise stellt das Infrastrukturunternehmen eine vollständig mit Oberleitung ausgestattete Strecke zur Verfügung. Auf nicht durchgehend elektrifizierten Strecken kommen alternative Antriebstechnologien zum Einsatz. Batterieelektrische Züge ermöglichen einen emissionsfreien Betrieb auch ohne Oberleitung und stellen einen wichtigen Baustein für die Dekarbonisierungsstrategie des NWL dar.
Einsatz und Finanzierung von Zügen
Verkehrsverträge zwischen Aufgabenträgern wie dem NWL und dem Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) regeln im SPNV, wann welche Züge fahren und wie sie eingesetzt werden. Sie legen fest, welche Leistungen erbracht werden und welche Anforderungen etwa an Komfort, Kapazität, Barrierefreiheit und Qualität gelten.
Der NWL entwickelt die Verkehrsverträge kontinuierlich weiter und passt sie an veränderte Marktbedingungen an. Sie sind somit das zentrale Instrument, um Mobilitätsziele umzusetzen und Qualität im Nahverkehr zu sichern.
Für die Bereitstellung der Fahrzeuge gibt es drei vertragliche Modelle:
• Das EVU setzt eigene Fahrzeuge ein.
• Das EVU least oder pachtet Fahrzeuge von einem Dritten.
• Der NWL oder ein Partner-Aufgabenträger beschafft die Fahrzeuge und stellt sie dem EVU zur Verfügung.
Welches Modell zum Einsatz kommt, legt der NWL im Einzelfall fest. Dabei wird abgewogen, wie sich Kosten, Risiken und Einflussmöglichkeiten am besten steuern lassen und welches Modell die Anforderungen an Qualität und Betrieb am zuverlässigsten erfüllt.
BEMU-Fahrzeuge
Batterieelektrische Züge, sogenannte (Battery Electric Multiple Units), nutzen eine moderne Antriebstechnologie im Schienenpersonennahverkehr. Mithilfe leistungsstarker Akkus können sie auch auf Strecken ohne durchgehende Oberleitung elektrisch fahren. Im Betrieb verursachen sie keine direkten CO₂-Emissionen und sind deutlich leiser als Dieselfahrzeuge.
Eigenbetrieb Infrastruktur und Fahrzeuge (EBINFA)
Der (EBINFA) ist zuständig für die Beschaffung, Finanzierung und Verpachtung von SPNV-Fahrzeugen sowie für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten in Westfalen-Lippe.
Der Betriebsausschuss ist das zuständige Gremium für den Eigenbetrieb EBINFA.
RRX (Rhein-Ruhr-Express): Schon gewusst?
Der RRX verbindet die großen Städte im Rheinland und im Ruhrgebiet und bedient die wichtigsten Pendlerstrecken in Nordrhein-Westfalen. Er ist ein gemeinsames Schienenverkehrsprojekt mehrerer SPNV- und baut im Zielbild auf einem umfassenden Infrastrukturausbau auf.
Gemeinsam mit VRR, go.Rheinland und SPNV Nord organisiert der NWL das Angebot, steuert die Leistungen im RRX-Netz und stellt die Fahrzeuge für den Betrieb bereit.

