Navigation überspringen

Veröffentlicht 23.04.2026

  • Infrastruktur & Projekte

SPNV unter Druck: Westfalen-Lippe bringt konkrete Lösungen für die Schiene nach Berlin

Die Initiative „SPNV unter Druck“ des Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gewinnt weiter an politischer Durchschlagskraft. Bei einem eigens für die Initiative angesetzten Termin im Bundesministerium für Verkehr in Berlin hat der NWL für die Region sein zentrales Anliegen zur Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) adressiert – und dabei nicht nur Probleme benannt, sondern konkrete Lösungsansätze vorgestellt.

Der NWL ist als kommunaler für den SPNV in Westfalen-Lippe verantwortlich und bündelt mit der Initiative die Interessen der Region. „SPNV unter Druck! Westfalen-Lippe handelt gemeinsam.“ steht dabei für die zunehmenden Herausforderungen im System: Baustellen, kurzfristige Fahrplanänderungen und fehlende Verlässlichkeit prägen vielerorts den Alltag der Fahrgäste. Ziel der Initiative ist es, diese strukturellen Probleme aufzuzeigen und gleichzeitig umsetzbare Verbesserungen voranzutreiben.

Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Staatssekretär Ulrich Lange, initiiert durch den Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaum, standen für die Delegation des NWL drei zentrale Handlungsfelder: mehr Verbindlichkeit in Planung und Bau, die konsequente Priorisierung wirkungsvoller Infrastrukturmaßnahmen sowie der Abbau bürokratischer Hürden bei der Deutschen Bahn (DB).

Konkret fordert der NWL verlässliche Sperrzeitfenster und klare Absprachen bei Baumaßnahmen, um kurzfristige Umplanungen zu vermeiden. Gleichzeitig sollen Engpässe gezielt beseitigt werden – etwa am Knotenpunkt Bielefeld und auf dem überlasteten Schienenweg zwischen Minden und Wunstorf, auf dem Korridor Dortmund – Lünen – Münster sowie durch die Realisierung eines digitalen Stellwerks am Hauptbahnhof Münster. Ergänzend werden eine flexiblere Anwendung von Regelwerken der Deutsche Bahn sowie praxistauglichere Förderbedingungen angestrebt, damit Projekte schneller umgesetzt werden können.

Auch in der Detailbetrachtung einzelner Projekte zeigt sich der lösungsorientierte Ansatz der Initiative: Für den Knotenpunkt Bielefeld Hauptbahnhof wurde dargelegt, dass eine Entkopplung von der umfassenden Planungsmaßnahme auf der Strecke Bielefeld – Hannover und ein gezieltes Vorziehen der bereits geplanten Maßnahmen am Bahnhof in Bielefeld zu einer schnellen und effizienten Entlastung führen könnten.

Beim Projekt zur Erneuerung des veralteten Stellwerks am Münster Hauptbahnhof, das keine Veränderungen mehr zulässt, werden Gespräche künftig gezielt auf Vorstandsebene geführt, um die Umsetzung zu beschleunigen. Eine entsprechende Zusage wurde im Gespräch von Staatssekretär Ulrich Lange gegeben, nachdem der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) aus eigener Kraft bislang keinen entscheidenden Fortschritt erzielen konnte.

Der Handlungsdruck ist hoch: Das bestehende Stellwerk ist technisch überholt und kann nicht mehr weiterentwickelt werden. Für Verbesserungen der Betriebsqualität sowie für den weiteren, dringend benötigten Ausbau ist ein neues, digitales Stellwerk daher eine zentrale Voraussetzung.

„Die aktuellen Herausforderungen im SPNV sind für unsere Fahrgäste täglich spürbar. Entscheidend ist jetzt, dass wir von der Problembeschreibung in die Umsetzung kommen – mit klaren Prioritäten, verlässlichen Prozessen und realistischen Rahmenbedingungen. In Berlin konnten wir konkrete, umsetzbare Ansätze einbringen, die zeigen, wie Verbesserungen schnell wirksam werden können“, so Christiane Auffermann, die Geschäftsführerin des NWL.

Die Gespräche in Berlin machen deutlich, dass die Herausforderungen im SPNV weit über die Region hinausreichen. Auch wenn bei konkreten Maßnahmen immer wieder eine individuelle Lösung als bestes Mittel identifiziert wurde, gibt es in den Prozessen viele bundesweite Ähnlichkeiten. Hier hat der NWL bereits im letzten Jahr übergreifend unterstützt, beispielweise beim Aufruf zur „Entbürokratisierung der Schiene“. Damit positioniert sich der NWL mit „SPNV unter Druck“ als Impulsgeber für einen neuen Umgang: kooperativ, fachlich fundiert und konsequent auf Umsetzung ausgerichtet.

Der NWL verfolgt dabei einen klaren Anspruch: Verantwortung gemeinsam zu tragen und Projekte pragmatisch voranzubringen. Die in Berlin vorgestellten Ansätze sollen nun weiter konkretisiert und auf weitere Vorhaben übertragen werden. Ziel bleibt eine leistungsfähige und verlässliche Schieneninfrastruktur für die Menschen und die Wirtschaft in Westfalen-Lippe.

Weitere Informationen zur Initiative finden Sie unter: 
www.nwl-info.de/spnv-unter-druck  
 

(v.l.n.r.) Henning Rehbaum, MdB, Dr. Linus Tepe, ehrenamtlicher Verbandsvorsteher des NWL, Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christiane Auffermann, Geschäftsführerin des NWL, und Kai Schulte, Leiter des Kompetenzcenters Integraler Taktfahrplan NRW, in den Räumlichkeiten des Bundesverkehrsministeriums in Berlin.

(v.l.n.r.) Henning Rehbaum, MdB, Dr. Linus Tepe, ehrenamtlicher Verbandsvorsteher des NWL, Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christiane Auffermann, Geschäftsführerin des NWL, und Kai Schulte, Leiter des Kompetenzcenters NRW, in den Räumlichkeiten des Bundesverkehrsministeriums in Berlin.

Weitere Beiträge

  • Infrastruktur & Projekte
20.03.2026

Abschlussbericht der Taskforce „zuverlässige Bahn“: NWL zeigt Umsetzungsmöglichkeiten für Region Westfalen-Lippe auf

Ein Regionalzug steht an einem Bahnsteig. Im Hintergrund sieht man weitere Züge und das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Bielefeld.
  • Infrastruktur & Projekte
20.02.2026

Gemeinsam für mehr Qualität auf der Schiene: Dialog zu regionalen Auswirkungen von Infrastrukturmaßnahmen gestartet