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Veröffentlicht 11.12.2025

Infrastruktur & Projekte
Aktionslogo: SPNV unter Druck! Westfalen-Lippe handelt gemeinsam.
© NWL

SPNV unter Druck: NWL wirkt Einbruch der Schienenmobilität in der Fläche entgegen 

 

Die Sanierung des Schienennetzes setzt den Bahnverkehr zunehmend unter Stress. Mit seiner Initiative „SPNV unter Druck – Westfalen-Lippe handelt gemeinsam“ will der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die Planung, Koordination und Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen verbessern – und so verhindern, dass der Nahverkehr im ländlichen Raum abgehängt wird. 

Der NWL organisiert den Nahverkehr auf der Schiene in Westfalen-Lippe –  einer großflächigen, überwiegend ländlich geprägten Region in NRW. Doch diese Aufgabe kann nach Einschätzung des Verbandes unter den derzeitigen und kommenden Bedingungen kaum noch bedarfsgerecht erfüllt werden – ein Zustand, dem es entschlossen entgegenzuwirken gilt. „Wir sehen sehr klar, dass der SPNV in Teilen Westfalen-Lippes in den kommenden Jahren faktisch zum Erliegen kommen könnte, wenn wir jetzt nicht gemeinsam handeln“, macht NWL-Geschäftsführerin Christiane Auffermann deutlich. 

Bereits heute weichen viele Menschen auf andere Verkehrsmittel aus, weil der SPNV für sie nicht mehr verlässlich nutzbar ist. Gründe dafür sind unter anderem unkoordinierte Baumaßnahmen auf der Schiene, wiederholte Umleitungsverkehre und kurzfristige Eingriffe in den Betrieb. Außerdem werden dringend erforderliche Infrastrukturmaßnahmen, für die es bereits Baurecht gibt, zeitlich verschoben oder drohen komplett zu entfallen. Besonders betroffen sind Regionen mit geringer Netzdichte: „Was in Ballungsräumen aufgefangen werden kann, führt in der Fläche mehr und mehr zum faktischen Wegbrechen von Mobilitätsangeboten“, so Auffermann. „Dieser Abwärtsspirale müssen wir mit konstruktiven Lösungen entgegenwirken.“ 

Mit seiner Initiative „SPNV unter Druck“ will der NWL einen konstruktiven und ergebnisorientierten Austausch mit Politik, Verwaltung, Wirtschaft und den verantwortlichen Infrastruktur-Akteuren anstoßen. Dabei geht es darum, regionale Belange klar zu benennen und stärker in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubringen. Ziel ist es, auch in Bauphasen verlässliche Betriebsabläufe zu gewährleisten und die finanziellen Rahmenbedingungen wirksamer zu nutzen oder flexibler zu gestalten. Die Initiative soll dazu beitragen, dem Nahverkehr in Westfalen-Lippe mehr Gewicht zu verleihen und weitere Unterstützer zu gewinnen.  

„Wir bringen mehr als nur Erwartungen mit an den Verhandlungstisch – nämlich praxiserprobte, konstruktive und realistisch umsetzbare Vorschläge aus jahrzehntelanger Erfahrung im Zusammenspiel von Betrieb, Netz und Planung“, betont Auffermann. „Es geht nicht darum, einen Schuldigen zu suchen, sondern darum Lösungen zu finden. Wir wollen die für Branche und Fahrgäste inakzeptable Situation nachhaltig verbessern.“ Dass großflächige Sanierungsmaßnahmen notwendig sind, sei unbestritten. Nicht hinnehmbar sei jedoch, dass dabei die Belange des Nahverkehrs im ländlichen Raum nicht ausreichend berücksichtigt werden. 

Der NWL sieht vor allem den dringenden Bedarf, lang geplante, an Fristen gebundene Förderungen stärker bei der Planung und Umsetzung von Baumaßnahmen zu berücksichtigen. Denn viele Projekte für die Sicherung und den Ausbau des Nahverkehrsangebots sind an langfristig geplante Sperrpausen gekoppelt. Durch wiederholte Verschiebungen von Bauarbeiten können bereits bewilligte Fördermittel jedoch häufig nicht mehr rechtzeitig abgerufen werden und verfallen ergebnislos. Dadurch geraten notwendige, förderfähige Projekte zunehmend unter Druck und können nicht wie vorgesehen umgesetzt werden.  

Der NWL organisiert das SPNV-Angebot für rund 5,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern auf einer Fläche von 19.400 Quadratkilometern. Dafür ist er auf die Zusammenarbeit mit Partnern angewiesen: Verkehrsunternehmen betreiben als Vertragspartner des NWL die Zugverkehre. Für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Schienennetzes ist fast ausschließlich die Bahn-Tochter DB InfraGO zuständig.  

 Weitere Informationen und eine Registrierungsmöglichkeit für Unterstützerinnen und Unterstützer stellt der NWL bereits jetzt online bereit unter: 
www.nwl-info.de/spnv-unter-druck