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Veröffentlicht 24.06.2024

Infrastruktur & Projekte

Ausbau Strecke Münster – Gronau: Neuer Terminplan für zweigleisigen Ausbau von Altenberge nach Nordwalde

Inbetriebnahme voraussichtlich 2030 – Hintergrund sind hoher Planungsaufwand und Engpässe bei den nötigen Planungsleistungen – Halbstundentakt verzögert sich.
 

Die Deutsche Bahn (DB) plant im Auftrag des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) einen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Altenberge und Nordwalde für eine starke Schiene. Durch den zweigleisigen Ausbau wird ein 30-Minuten-Takt auf der Strecke umgesetzt werden können. Dieser wird die Attraktivität des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Münster und Gronau perspektivisch deutlich verbessern.

Der Ausbau war ursprünglich für das Jahr 2027 vorgesehen. Leider kann diese Zeitschiene nicht eingehalten werden. Dies liegt in erster Linie an der derzeitigen Marktsituation der Planungsbüros. Auf Grund der langfristigen Auslastung vieler Ingenieurbüros konnte die DB bisher nicht alle erforderlichen Planungsleistungen der verschiedenen Fachgewerke vergeben. Einige Planungsleistungen wurden inzwischen ohne Erfolg sogar mehrfach öffentlich ausgeschrieben.  

Aus den bereits begonnenen Planungsleistungen wurde zudem ersichtlich, dass der Planungs- und Prüfaufwand auf Grund der Komplexität der Gesamtmaßnahme deutlich höher ausfallen wird als bisher angenommen. Daher ist mit deutlich längeren Bearbeitungszeiten für die einzelnen Planungsphasen zu rechnen. Zudem wurde festgestellt, dass die ursprünglich geplante Bauzeit nicht ausreichen wird, sodass sie in den aktuellen Planungen deutlich höher veranschlagt werden musste. 

Auf Grund dieser Erkenntnisse wurde der Projektterminplan überarbeitet und mit belastbaren Terminen und Bearbeitungszeiten fortgeschrieben. Im Ergebnis kann nach jetzigem Stand eine Umsetzung des Ausbaus im Jahr 2030 realisiert werden

Damit der Halbstundentakt auf der künftigen S4 möglich wird, muss ein zweites Gleis zwischen Altenberge und Nordwalde gebaut werden. Dabei wird die Gleisinfrastruktur um rund 1.900 Meter Gleise sowie zwei neue Weichen erweitert. Zudem muss der Damm für das zweite Gleis verbreitert werden, was wiederum Anpassungsarbeiten an bestehender Bahninfrastruktur nötig macht. Dazu gehören beispielsweise Bahnübergänge, Durchlässe sowie die Leit- und Sicherungstechnik.

NWL und DB arbeiten weiter mit Hochdruck daran, den durchgehenden Halbstundentakt der künftigen S4 zwischen Münster und Gronau so zügig wie möglich zu realisieren. Der 30-Minuten-Takt ist vom NWL als Vorstufe zur Umsetzung des künftigen Betriebskonzepts „S-Bahn Münsterland“ geplant. Die Planungen rund um das neue S-Bahn-Konzept sind durch die Verzögerung nicht infrage gestellt und werden weiter vorangetrieben.