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Zahlen, Daten, Fakten: Die Qualität von Stationen und Betrieb messbar machen

Was macht die Qualität des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Nordrhein-Westfalen aus? Sie zeichnet sich nicht nur durch ein zuverlässiges Angebot und gute Anschlüsse aus, sondern auch durch hohe Qualität – an den Haltestellen ebenso wie im täglichen Betrieb. Um das zu bewerten, wirft der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) regelmäßig einen genauen Blick auf bestimmte Kriterien. Dazu gehören barrierefreie und gepflegte Haltestellen mit klarer Fahrgastinformation ebenso wie saubere Züge und pünktliche Verbindungen.

Eine belebte Bahnhofsplattform mit Anzeigetafeln, auf der ein Regionalzug einfährt, während Passagiere auf die Abfahrt warten.

Auf dem Prüfstand: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im SPNV

Die Betriebsqualität ist das, was Fahrgäste täglich erleben. Sie wird maßgeblich von der Pünktlichkeit der Züge und der Zuverlässigkeit des Angebots bestimmt. Die aktuellen Zahlen zeigen ein vielschichtiges Bild, das stark von externen Faktoren wie Baustellen und Personalverfügbarkeit geprägt ist. Die Daten zeigen die Herausforderungen, aber auch das Engagement der Branche, den Bahnverkehr in NRW verlässlich zu gestalten.

Transparenz durch Daten

Das Kompetenzcenter NRW (KC ITF) misst und analysiert kontinuierlich die Qualität des gesamten SPNV in NRW. Die Quartalskennzahlen des SPNV-Qualitätsmonitors dienen als Grundlage, um gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen und den Aufgabenträgern wie dem NWL den Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen zu verbessern.

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Pünktlichkeit und Ausfälle: Aktuelle Zahlen

Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Pünktlichkeitsquote im SPNV NRW bei 74,9 %. Das heißt, dass drei von vier Zügen mit weniger als vier Minuten Verspätung an ihrem Ziel angekommen sind. Gleichzeitig hat die Zahl der vorhersehbaren Zugausfälle einen neuen Höchststand erreicht. Das liegt hauptsächlich an Bauarbeiten, die eine notwendige Investition in eine zukunftsfähige Infrastruktur sind.

Aktionsprogramm Personal: Gemeinsam für einen stabilen Fahrplan

Der branchenweite Fachkräftemangel ist neben der stark sanierungsbedürftigen Infrastruktur eine der größten Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr. Deswegen haben und Bahnunternehmen in NRW das „Aktionsprogramm Personal für mehr Zuverlässigkeit im Betrieb“ auf den Weg gebracht. Im Kern geht es darum, die Ausbildung von Fachpersonal zu beschleunigen und gleichzeitig das Gesamtnetz zu stabilisieren – das erfolgt über gezielte Fahrplananpassungen, um unvorhersehbare Ausfälle zu minimieren. So werden Fahrten für Fahrgäste planbarer.

Kundenzufriedenheit und das Deutschlandticket

Das seit 2023 verfügbare Deutschlandticket hat die Nachfrage im SPNV deutlich belebt und wirkt sich positiv auf die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass die hohe Baustellendichte und die damit verbundenen Einschränkungen die allgemeine Zufriedenheit belasten. Die Verbesserung der Fahrgastinformation bei Störungen bleibt daher eine zentrale Aufgabe.

Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen: Zwischen Generalsanierung und Baustellen

Eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur ist die Grundlage für einen pünktlichen und zuverlässigen Schienenverkehr in NRW. Um den Sanierungsstau der letzten Jahrzehnte aufzulösen, werden derzeit massive Investitionen getätigt.

Generalsanierung für einen modernen Schienenverkehr

Die Deutsche Bahn saniert im Rahmen eines bundesweiten Programms bis 2030 insgesamt 40 hochbelastete Streckenkorridore. Zehn dieser Korridore betreffen Nordrhein-Westfalen, davon betroffen ist auch der Raum des Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Die Arbeiten betreffen die Korridore Münster – Osnabrück und Minden – Wunstorf. Während einer mehrmonatigen Vollsperrung werden Gleise, Weichen, Stellwerke und Bahnhöfe gebündelt modernisiert, um die Störanfälligkeit langfristig zu senken. Im Ergebnis haben diese Arbeiten einen erheblichen positiven Einfluss auf die Qualität des SPNV. 

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Ein Bild des Streckennetzes NWL mit einer Übersciht über die Baumaßnahmen

Hintergründe zum Netzzustand

Trotz der Investitionen ist der Zustand des Schienennetzes in NRW weiterhin eine Herausforderung. Mängel an Brücken, Gleisen oder Signaltechnik führen zeitweise dazu, dass die Züge langsam fahren müssen oder Wartezeiten haben. Das kann den Fahrplan beeinträchtigen. Diese Stellen werden als Langsamfahrstellen bezeichnet, die Ursachen dafür sind unterschiedlich:

Bautätigkeiten

Achtung Baustelle: Züge müssen ihre Geschwindigkeit drosseln, wenn Bauarbeiten vorliegen, Arbeiten im Nachbargleis stattfinden oder Hilfsbrücken errichtet werden.

Infrastrukturmängel

Schäden am Ober- oder Unterbau, an Tunneln oder Brücken können aus Sicherheitsgründen eine langsamere Fahrt notwendig machen.

Signal- und Sicherungstechnik

Veraltete Sicherungen an Bahnübergängen oder rückständische Stellwerkstechnik sind weitere Gründe für Geschwindigkeitseinschränkungen.

Stationsqualität im NWL: Der erste Eindruck zählt

Ein wesentliches Kriterium für die Attraktivität des ÖPNV ist die Qualität der Bahnhöfe und Haltepunkte – sie sind die Visitenkarten des Nahverkehrs. Der Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) führt daher seit 2013 eigene, systematische Erhebungen zur Qualität der 280 Stationen in Westfalen-Lippe durch. Zweimal im Jahr bewerten geschulte Profitester die Stationen. Neben Aspekten zur technischen Sicherheitsaustattung (u.a. mit Videokameras) werden vor allem drei Hauptkriterien geprüft, um ein objektives und vergleichbares Bild zu erhalten:

Icon Qualität

Sauberkeit:

Wurde der Müll in den Wartebereichen und im Gleisbett beseitigt? Sind die Grünanlagen gepflegt?

Icon einer Checkbox

Funktionalität:

Wie sieht es mit der Funktionstüchtigkeit der gesamten Ausstattung aus? Sind die Aufzüge beleuchtet, funktioniert der Fahrkartenautomat, sind die Sitzgelegenheiten intakt und gibt es Wetterschutz?

Icon eines Putzeimers

Graffiti:

Wie groß ist das Ausmaß von Schmierereien und Vandalismus? In Kooperation mit der DB InfraGo werden diese zeitnah entfernt.

Ergebnisse 2024: So schneiden die Bahnhöfe im NWL-Gebiet ab

Die Gesamtbetrachtung für das Jahr 2024 zeigt ein erfreuliches Ergebnis: 83,5 % der Stationen (insgesamt sind das 233) erhielten das Prädikat „sehr gut/in Ordnung“. Bei 11,8 % wurde eine mittelmäßige Qualität bescheinigt, während nur bei 2,5 % der Stationen besonderer Verbesserungsbedarf besteht.

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