Abmahnung für eurobahn zeigt Wirkung – weitere Verbesserungen sind nötig

Der Betrieb im Teutoburger-Wald-Netz (TWN), den die eurobahn im Dezember 2017 übernommen hatte, ist seit Ende Februar 2018 wieder stabiler geworden. Noch nicht zufriedenstellend ist die Fahrzeugsituation für die Verbindung nach Hengelo/NL und die damit verbundenen Einschränkungen in der Kapazität etlicher Züge.

Aufgrund der ungewöhnlichen Häufung von Zugausfällen, der Mängel in der Fahrgastinformation sowie der Fahrzeugprobleme im Abschnitt Bad Bentheim – Hengelo/NL hatte der NWL im Rahmen einer Sondersitzung der Verbandsversammlung am 07.02.2018 gegenüber der eurobahn (Betreiber: Keolis Deutschland) eine Abmahnung ausgesprochen.

Darin wurde das Unternehmen aufgefordert, bis spätestens zum 31.03.2018 Entschädigungen an die betroffenen Fahrgäste zu leisten, die Zugausfälle abzustellen, den Verkehr bis Hengelo/NL sicherzustellen und die Fahrgastinformationen entscheidend zu verbessern. Bei einem Verfehlen dieser Ziele wurden weitergehende vertragsrechtliche Schritte gegenüber der eurobahn angekündigt.

Nach Auswertung der betrieblichen Daten der eurobahn bis Ende März 2018 ist festzustellen, dass die Abmahnung des NWL und seiner Partner Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Provincie Overijssel sowie die damit verbundenen Konsequenzen für das Unternehmen Wirkung gezeigt haben. Besonders bei den Punkten Zugausfälle, Fahrgastinformation und Entschädigung von Fahrgästen wurden die Forderungen des NWL weitgehend erfüllt. Die Zahl der Triebwagenführer wurde deutlich erhöht, um den Regelbetrieb im TWN zu gewährleisten. Die Probleme der Fahrzeuge für die Verbindung in die Niederlande nach Hengelo/NL (Regionalbahn 61) konnte bislang noch nicht vollständig behoben werden. Hier führen technische Probleme bei den Fahrzeugen dazu, dass diese Verbindung aktuell mittels eines SPNV-Pendelverkehres zwischen Bad Bentheim und Hengelo/NL gefahren wird. Diese Situation führte zu mehrfach verringerten Kapazitäten auf den übrigen Strecken des TWN. Die eurobahn arbeitet dazu weiter stetig und eng mit Fahrzeughersteller Stadler zusammen.

Verbandsvorsteher Dr. Conradi: „Der NWL erwartet auch hier eine baldige Lösung und damit einen reibungslosen Verkehr, wie er von den Partnern Provincie Overijssel, der LNVG und NWL bestellt und finanziert wird.“ Der NWL hat inzwischen auf Basis der Beschlussfassung vom 07.02.2018 einen eigenen Gutachter beauftragt, um Klarheit zu den Problemursachen der Fahrzeuge zu erhalten.

„Dank des großen Engagements unserer Mitarbeiter konnten wir diese Verbesserungen bis hierhin so umsetzen“, sagt Magali Euverte, Vorsitzende der Geschäftsführung von Keolis Deutschland. Sie ergänzt: „Aufgrund der Fahrzeugsituation entsprechen wir aktuell noch nicht unserem eigenen Anspruch und arbeiten an einer verlässlichen Lösung, um als zuverlässiger Partner für unsere Kunden im Einsatz zu sein“.

Weiterhin hatte die NWL Verbandsversammlung gefordert, dass sich die eurobahn aufgrund der seit langem anhaltenden Mängel bei der Kundeninformation und der Qualitätssicherung organisatorisch besser aufstellen muss. Mit der Presseinformation vom 06.04.2018 hat die eurobahn die Neuausrichtung ihres Führungsteams bekanntgegeben. Mit einem Wechsel in der Geschäftsführung und einer Verstärkung des Führungsteams will das Unternehmen künftig besser auf die anstehenden Herausforderungen reagieren und weitere Verbesserungen umsetzen.

Die Betriebssituation der eurobahn im Teutoburger-Wald-Netz, aber auch in den sonstigen von diesem Unternehmen bedienten Bahnnetzen in Westfalen-Lippe wird weiterhin engmaschig beobachtet. Die Verbandsversammlung fordert von der eurobahn, die bislang umgesetzten Maßnahmen weiter im Sinne der Fahrgäste zu optimieren und die noch vorherrschenden Defizite (u. a. Fahrzeugsituation, Kapazitätsabweichungen) umgehend abzustellen.


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  • Uli Beele

    Uli Beele

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