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Fernbusse:
Konkurrenz oder Ergänzung für den Bahnverkehr?

Neuauflage der Marktanalyse „Fernbuslinien in Westfalen-Lippe“

Im Juli 2014 veröffentlichte der NWL eine erste Marktanalyse zu Fernbuslinien in Westfalen-Lippe und deren Auswirkungen auf andere Verkehrsmittel, besonders auf den Regionalverkehr auf der Schiene. Seit der Marktöffnung für Fernbusse im Januar 2013 ist dieser Markt von einer außerordentlichen Dynamik geprägt, die derart viele Veränderungen auch in Westfalen mit sich gebracht haben, dass eine Neuauflage dringend erforderlich wurde.

Die wesentliche Änderung seit der 1. Analyse 2014 betrifft die Struktur der Anbieter von Fernbusleistungen: waren die Marktanteile 2014 noch auf diverse Anbieter verteilt, so zeichnet sich heute eine Konzentration auf nur noch einige Anbieter ab. Der Marktführer Flixbus besitzt derzeit bereits rund 70 % Marktanteil.

Auch wenn die Zahl der Fernbusbetreiber inzwischen rückläufig ist, steigen die Anzahl der Fernbusreisenden und das Angebot an Fernbuszielen immer noch weiter an. Da die deutschen Ballungsräume längst komplett erschlossen sind, werden Linien zu den Mittelstädten sowie Nacht-, Express- und Auslandsverbindungen angeboten.

Auch neue Kundengruppen werden von den Fernbusangeboten erreicht. Außer den preisbewussten und zeitlich flexiblen Studenten und Senioren nutzen inzwischen auch Familien den Fernbus als Alternative zu Bahn- und Individualverkehr.

Der größte Erfolgsfaktor der Fernbusse ist der Preis. Der dadurch erzeugte Druck auf den Verkehrsmarkt führte bereits zu Reaktionen beim DB Fernverkehr. Aber auch der Nahverkehr auf der Schiene (SPNV), besonders bei langen Reiseweiten, bekommt die Auswirkungen zu spüren. Allerdings sind diese noch nicht vollständig abschätzbar. So wurden bislang 8 SPNV-Verbindungen in Westfalen mit einem erhöhten Abwanderungsrisiko identifiziert, zumeist im Raum Siegen sowie Richtung Kassel.

Mit dem Fernbus wurde jedoch vor allem ein zusätzliches Mobilitätsangebot geschaffen, das außer mit dem Preis mit attraktiven Direktverbindungen punkten kann. Er kann den Schienenverkehr in Westfalen z. T. sinnvoll ergänzen, ebenso kann der SPNV als Zubringer für den Fernbus benutzt werden.

Mit Blick auf die künftige Entwicklung werden vor allem die Angleichungen der Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen Verkehrsanbieter diskutiert. Dies betrifft die Kooperationen in Form von kombinierten Tickets, die Zusammenarbeit im Vertrieb aber auch die Verknüpfung mit dem ÖPNV/SPNV an Haltestellen und Stationen.

Auch die Aspekte Fernbus-Maut, Haltestellengebühr, Barrierefreiheit und Fahrgastrechte sind bei der Betrachtung der Fernbusentwicklung von Bedeutung. Im Sinne einer Gleichbehandlung aller Verkehrsanbieter sollten besonders bei der Mitfinanzierung der Infrastruktur Regelungen für Fernbusse entwickelt werden.

Die Broschüre „Fernlinienbusse in Westfalen-Lippe“ kann bei den Geschäftsstellen des NWL bestellt sowie hier als PDF-Download heruntergeladen werden.


Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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