NWL fordert DB Netze und Eurobahn auf, Probleme bei Streckensperrungen und Baustellen abzustellen

Krisengespräch beim NWL mit DB Netze und der Eurobahn-Geschäftsleitung zur chaotischen Fahrgastinformation bei der Vollsperrung Soest - Unna

Die Eurobahn betreibt seit Ende 2008 das „Hellweg-Netz“, zu dem u. a. die Regionalbahn 59 „Hellweg-Bahn“ (Soest – Unna – Dortmund) gehört. Dem Betrieb vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung durch den NWL. Der NWL ist somit Auftraggeber und Vertragspartner der Eurobahn, während die DB für die Infrastruktur verantwortlich ist.

Die Bahnstrecke Unna – Soest war planmäßig seit Mitte letzter Woche wegen der Erneuerung von insgesamt 6 Brücken unterbrochen. Die Züge der RB 59 wurden zwischen Unna und Soest ohne Halt über Hamm, umgeleitet. Die Halte Lünern, Hemmerde, Werl und Westönnen wurden per Bus bedient. Durchgeführt wurden die umfangreichen Bauarbeiten von DB Netze auf deren Schienennetz die Eurobahn verkehrt.

Am Freitag wurde jedoch den Verantwortlichen von DB Netzes deutlich, dass aufgrund von Schäden, die eine der beteiligten Baufirmen beim Vorbereiten von Betonierungsarbeiten an 3 der Brücken verursacht hatte, die Baustelle und damit die Sperrung verlängert werden musste. Statt bis Montag Betriebsbeginn sollte nun die Sperrung bis Donnerstag Betriebsbeginn dauern. Aufgrund der Verlängerung jedoch sah sich die Eurobahn kurzfristig nicht mehr in der Lage, für die Umleitung der Züge geeignete Triebfahrzeugführer zu stellen und konnte damit ab Montagmorgen kein Zugverkehr mehr von Unna, umgeleitet über Hamm-Rangierbahnhof (ohne Halt) bis Soest sicherstellen. Damit verkehrte die RB 59 seit dem nur noch zwischen Unna und Dortmund. Die Ersatzbusse zwischen Unna und Soest verkehrten weiterhin.

Fahrgäste, die von der kurzfristig verlängerten Baustelle jedoch weder aus der Presse, den Verkehrsnachrichten im Radio oder zufällig aus den Internetseiten der Eurobahn erfahren hatten, strandeten jedoch ohne weitere Infos an vielen der Stationen. Dort gab es weder aktuelle Aushänge, noch zu jedem der ausfallenden Züge auch rechtzeitig oder korrekte Durchsagen und Anzeigen an den Stationen. Trotz Ausfällen tauchten dort Anzeigen wie „Zug hat 5 Minuten Verspätung“ auf, auf Infomonitoren in Soest, Werl und Unna oder unter www.bahn.de gab es überhaupt keine Info zu den Ausfällen und Ersatzbussen.

Aufgrund dieser für die Fahrgäste unhaltbaren Zustände hat der NWL als Auftraggeber für den Nahverkehr auf der Schiene daher DB Netze als Verursacher der Sperrung und die Eurobahn als das für die richtigen Fahrgastinformationen zuständige Unternehmen kurzfristig zu einem Krisengespräch zitiert.

Dabei ging es nicht allein um die fast beendete Baumaßnahme auf der Strecke Unna – Soest, sondern auch grundsätzlich um dem Umgang mit Ersatzverkehren und den dazu notwendige Information auf allen Ebenen, unter besonderer Berücksichtigung der mittlerweile verfügbaren digitalen Möglichkeiten. Hier drängte der NWL deutlich auf Nachbesserungen und wird diese „Hausaufgaben“ noch kritisch weiter begleiten.

Die Unternehmen wurden vom NWL in diesem Zusammenhang auch aufgefordert, sich gegenüber den betroffenen Fahrgästen möglichst kulant zu verhalten.


Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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