Vergabeentscheidung im Dieselnetz Eifel-Westerwald-Sieg: DB und HLB erhalten Zuschlag

Aus dem Vergabeverfahren über SPNV-Leistungen im Dieselnetz Eifel-Westerwald-Sieg (EWS) sind die DB Regio AG, Regio Südwest und die Hessische Landesbahn GmbH (HLB) als Gewinnerinnen hervorgegangen. Damit übernehmen die DB Regio ab Dezember 2014 den Betrieb der Leistungen in Los 1 (s.u.) und die HLB ab August 2015 den in Los 2 (s.u.) für die Dauer von rund 15 Jahre bis Dezember 2030.

Die Vergabe an die beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen basiert auf den Entscheidungen der am Dieselnetz EWS beteiligten SPNV-Aufgabenträger, dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord), dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Das Gesamtvolumen der SPNV-Leistungen im Dieselnetz EWS beläuft sich auf fast 6 Mio. Zugkilometern (Zkm), von denen rund 3,8 Mio. im Bereich des SPNV-Nord, ca. 1,3 Mio. im NWL und knapp 0,9 Mio. im RMV liegen.

Das Dieselnetz EWS wurde zur Schaffung mittelstandsfreundlicher Rahmenbedingungen in zwei Lose mit ca. 2,5 Mio. Zkm (Los 1) und ca. 3,5 Mio. Zkm (Los 2) aufgeteilt und umfasst folgende SPNV-Linien:

Linien im Los 1

  • RE 25, Gießen – Limburg – Koblenz
  • RB 25, Limburg – Koblenz – Andernach – Mayen
  • RB Aar, Zollhaus – Diez – Limburg
  • RB 92.1, Andernach – Mayen – Kaisersesch

Linien im Los 2

  • RB 28, Limburg – Altenkirchen – Au – Betzdorf – Siegen (– Kreuztal)
  • RB 93, Bad Berleburg – Erndtebrück – Siegen – Betzdorf
  • RB 29, Limburg – Montabaur – Siershahn
  • RB 91, Siegen – Finnentrop (einzelne Fahrten)
  • RB 92.2, Finnentrop – Olpe
  • RB 95, Dillenburg – Siegen
  • RB 96, Betzdorf – Herdorf – Haiger – Dillenburg

Mit der Umsetzung des Dieselnetzes EWS ab Dezember 2014 (Los 1) bzw. August 2015 (Los 2) erfolgen gegenüber dem heutigen SPNV-Angebot in der Großregion Eifel-Westerwald-Sieg folgende wesentliche Verbesserungen:

Verbesserungen im Los 1

  • Verlängerung der RB 25 über Koblenz hinaus bis nach Mayen.
  • Dadurch Schaffung einer direkten Anbindung von der Lahntal- bzw. Pellenz-Eifel-Strecke nach Koblenz Stadtmitte und Einrichtung eines 30-Minuten-Taktes im RB-Angebot zwischen Koblenz und Andernach sowie zwischen Andernach und Mayen.
  • Im Zuge der Reaktivierung der Aartalbahn Schaffung einer neuen RB-Verbindung von Zollhaus über Diez nach Limburg.

Verbesserungen im Los 2

  • Verlängerung der RB 28 über Betzdorf hinaus bis nach Siegen und bei einzelnen Fahrten nach/von Kreuztal.
  • Verlängerung der RB 93 über Siegen hinaus bis nach Betzdorf.
  • Durch diese beiden Maßnahmen Schaffung eines 30-Minuten-Taktes im RB-Angebot zwischen Betzdorf und Siegen an Werktagen.
  • Verbesserte Anschlussverbindungen der RB 96 (Betzdorf an die RE 9 und in Dillenburg an den Hessen-Express).
  • Verbesserte Anbindung der Gemeinde Burbach.
  • Verbesserte Reisekette aus dem Westerwald nach Köln mit Anschluss in Au (Sieg) an den RE 9.

Mit der Betriebsaufnahme im Dieselnetz EWS werden die DB Regio und HLB modernisierte Dieseltriebzüge (TALENT / LINT bzw. LINT / GTW) und die HLB auch einige neue Dieseltrieb-wagen (LINT) einsetzen.

Das unter der Federführung des SPNV-Nord gemeinsam mit dem NWL und RMV durchgeführte Vergabeverfahren über SPNV-Leistungen im Dieselnetz EWS war im Herbst 2011 mit einem europaweit veröffentlichen Teilnahmewettbewerb eingeleitet worden, an dem sich sieben Verkehrsunternehmen beteiligt hatten. Im Folgenden wurde mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen, die sich für eine Teilnahme qualifiziert hatten, ein intensives Verhandlungsverfahren in mehreren Runden durchgeführt. Dabei hat sich schließlich ergeben, dass das finale Angebot der DB Regio das wirtschaftlichste für Los 1 und das der HLB entsprechend für Los 2 darstellt. Auf dieser Grundlage haben der SPNV-Nord, NWL und RMV die Zuschlagserteilung an diese beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen beschlossen.

Im Ergebnis führt diese Vergabe zu tiefgreifenden Veränderungen in der bisherigen Betreiberstruktur. Während DB Regio künftig sämliche SPNV-Leistungen im Lahntal zwischen Koblenz und Limburg übernimmt, verliert sie gleichzeitig die Leistungen der bisherigen Dreiländerbahn im Grenzraum zwischen Hessen, NRW und RLP.

Umgekehrt stellt sich die Situation für die Hessische Landesbahn dar: Dem Verlust von Leistungen im Lahntal stehen Leistungsgewinne im Dreiländereck gegenüber.

Keine wesentlichen Veränderungen in der Betreiberstruktur gibt es auf den Schienenstrecken im Westerwald. Hier folgt zwar dem Unternehmen Vectus die Hessische Landesbahn, diese war jedoch bereits in der Vergangenheit Mehrheitsgesellschafter von Vectus.

Alles beim Alten bleibt es auf der Pellenz-Eifel-Bahn. Hier ist der neue Betreiber auch der alte: DB Regio. Allerdings wird man sich in der Region von den inzwischen ziemlich alten Triebwagen der Baureihe VT 628 verabschieden. DB Regio wird auf dieser Strecke künftig modernisierte Nahverkehrstriebwagen vom Typ LINT 41 einsetzen


Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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