2 Millionen Euro für die Einführung von elektronischen Tickets für den Nahverkehr in Bielefeld

Bielefeld ist die neuntgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens (NRW) und die neunzehntgrößte in der Bundesrepublik Deutschland mit gut 325.000 Einwohnern. Das Nahverkehrsangebot in Bielefeld ist beispielhaft, wie das jährliche TNS Infratest ÖPNV-Kundenbarometer mit Bestnoten für moBiel auch 2011 wieder belegt. Dementsprechend positiv haben sich die Fahrgastzahlen in Bielefeld entwickelt.

Durch die Einführung landesweit gültiger elektronischer Tickets und die landesweite Ausgabe von Semestertickets werden auch in Bielefeld bzw. im Tarifraum Der Sechser die kurzfristige Schaffung einer Kontrollinfrastruktur und die Einführung eines elektronischen Fahrgeldmanagements (EFM) erforderlich.

Ein EFM-System gliedert sich in folgende zwei Bereiche:

Hintergrundsystem

Das Hintergrundsystem dient der automatischen Abbildung der Geschäftsprozesse inklusive Anlegen der Kunden- und Ticketdaten sowie der Erstellung/Änderung der E-Tickets. Insbesondere steuert das Hintergrundsystem den Datenaustausch mit externen Systemen in Form von Sperrlisten, Tarifdaten, etc. Das Hintergrundsystem bildet somit die zentrale Datenhaltungs- und Steuerungsfunktonen im EFM. Zusätzlich ist der Aufbau einer Internet-Plattform (Online-Kundenportal) vorgesehen, mit dem der Fahrgast seine Kundendaten einsehen, Abos online bestelle, Tickets to Print und E-Tickets online erwerben kann.

Da sich dieser Antrag auf der Ebene der Tarifkooperation Der Sechser bewegt und das zu installierende Hintergrundsystem von allen Verkehrsunternehmen für die Anwendung des Gemeinschaftstarifs Der Sechser diskriminierungsfrei genutzt werden kann, wird das Vorhaben hier mit 85 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert.

Bei Gesamt- und zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von 777.500 Euro beläuft sich die Förderung hier somit auf 660.900 Euro (85 Prozent).

Vordergrundsystem (Front-End-System)

Das Vordergrundsystem besteht aus Erfassungs- und Vertriebsterminals sowie aus Kontrollterminals. Hier ist die Beschaffung von Vertriebs- und Kontrollterminals für die Aufstellung in eigenen und externen Verkaufsagenturen, in den Fahrzeugen sowie von mobilen Kontrollgeräten für das Kontroll- und Servicepersonal vorgesehen. Diese Geräte dienen der Ausgabe und Verarbeitung kontaktloser Chipkarten als Ersatz für den Papierfahrschein. Für die Erstausstattung der Abo-Kunden sollen 75.000 Chipkarten beschafft werden.

Bei gesamt- und zuwendungsfähigen Kosten von 1.484.000 Euro beläuft sich die Förderung auf 742.000 Euro (50 Prozent).

Dr. Hermann Paßlick, Verbandsvorsteher des NWL: Die Entwicklung des Nahverkehrsangebotes in Bielefeld ist beispielhaft für die gesamte Region. Mit der Einführung des E-Tickets wird ein weiterer wichtiger Schritt für ein modernes Nahverkehrssystem vollzogen.

Wolfgang Brinkmann, Geschäftsführer moBiel, bedankt sich für die Förderung des EFM-Systems in Bielefeld. Wir freuen uns sehr, hier ein zukunftsweisendes Beispiel für einen innovativen Nahverkehr zeigen zu können.

Brinkmann wünscht sich auch für die Zukunft eine großzügige Förderung von ÖPNV-Maßnahmen in Bielefeld. Derzeit laufen unter dem Titel moBiel 2030 gemeinsam mit der Stadt Bielefeld umfangreiche Untersuchungen zum weiteren Ausbau des Stadtbahn-Netzes in Gebieten mit starken Nachfragepotenzialen. Neben kleineren Streckenerweiterungen beziehen sich die Untersuchungen auch auf große Bereiche im Bielefelder Osten einschließlich des Stadtteiles Heepen, die heute durch zahlreiche Bus-Linien an die Bielefelder Innenstadt angebunden sind.


Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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