VRR und NWL sichern Wettbewerb und wirtschaftliche Neuvergabe auf der Haard-Achse

Der Vergabeausschuss des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und der Vergabeausschuss des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) beabsichtigen die Betriebsleistungen der sogenannten Haard-Achse, mit der Linie RE 2, Münster – Essen – Düsseldorf und der künftigen Linie RE 42, Münster – Essen – Mönchengladbach, ab Dezember 2014 durch die DB Regio AG durchführen zu lassen.

Diese konnte sich mit dem wirtschaftlichsten Angebot gegen die Konkurrenz durchsetzen. Nach dieser Entscheidung für das auch aktuell auf dieser Strecke beauftragte Eisenbahnverkehrsunternehmen muss nun eine zehntägige Einspruchsfrist bis zur endgültigen Zuschlagserteilung eingehalten werden. Erst nach Ablauf dieser Frist wird dann mit dem Unternehmen DB Regio AG ein Vertrag über 15 Jahre zur Verkehrsdurchführung abgeschlossen. Grundlage dieses Bruttovertrages ist das vorangegangene Wettbewerbsverfahren.

Dieses europaweite Verfahren wurde bereits im vergangenen Jahr durch den VRR und NWL eingeleitet, wobei die Linien zusammen mit dem benachbarten Aufgabenträger Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ausgeschrieben wurden. Auf der Linie RE 42 werden neue Elektrotriebfahrzeuge als Einzelstockwagen zum Einsatz kommen, auf der Linie RE 2 – welche bereits seit Einführung des RE-Konzeptes 2010 ein hohes Niveau vorweist – werden gebrauchte Doppelstockwagen fahren. Die wesentlichen Anforderungen an alle Fahrzeuge sind: behindertengerechte Toiletten, Videoüberwachung und Mehrzweckbereiche mit ausreichend Abstellmöglichkeiten für Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen sowie Erfüllung aller geltenden gesetzlichen Bestimmungen durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Insgesamt werden auf dem RE 2 570 Sitzplätze und auf dem RE 42 450 Sitzplätze angeboten.

Die Ausweitung der Sitzplätze auf der Linie RE 42 gegenüber heute resultiert aus der Linienverlängerung, die zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt wird die Linie, die heute von Münster als RB nach Essen verkehrt, nach Duisburg, Krefeld, Viersen bis nach Mönchengladbach verlängert und künftig als RE-Linie geführt.

VRR-Fahrzeugfinanzierungsmodell begünstigt den Wettbewerb

Erneut kam im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens das Fahrzeugfinanzierungsmodell des VRR als Option für die Finanzierung der Neufahrzeuge zum Einsatz. Zwei der Bieter machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. die DB Regio NRW verzichtete in Ihrem Angebot auf diese Finanzierungsoption. Die eingereichten Angebote sind langfristig von beiden Aufgabenträgern VRR und NWL finanzierbar. Die Preise je Zugkilometer sind trotz der erhöhten Sitzplatzkapazität mit dem heutigen Angebot vergleichbar. Dies werten die Verantwortlichen als Erfolg, da die Preise der zweiten Vergabe häufiger über denen der Erstvergabe im Wettbewerb liegen. Dieses erfreuliche Wettbewerbsergebnis ermöglicht es der öffentlichen Hand, langfristig die qualitativ hochwertigen Verkehre auf den Linien RE 2 und RE 42 zu finanzieren. VRR-Vorstand Martin Husmann zum abgeschlossenen Wettbewerbsverfahren: Nur durch das Angebot der Fahrzeugfinanzierung wurden mehrere Angebote durch verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen abgegeben. Somit bin ich überzeugt, dass es auf die Fahrzeugfinanzierung zurückzuführen ist, dass in diesem Verfahren ein funktionierender Wettbewerb stattgefunden hat, auch wenn es letztendlich diesmal nicht zum Einsatz kommt.


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Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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