Drei Eisenbahn-Netze europaweit ausgeschrieben: Niedersachsen und Bremen drängen auf Finanzierungszusage für Ausbau zwischen Langwedel und Uelzen

Neue Betreiber für insgesamt drei Eisenbahnnetze mit jährlich rund 5,3 Millionen Zugkilometern suchen die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG), der Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, die Region Hannover und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in einer jetzt veröffentlichten europaweiten Ausschreibung. Wir rechnen in allen Netzen mit weniger Steuergeld für gleichbleibend gute Fahrplanangebote und auf der Heidebahn mit erheblichen Reisezeitgewinnen sowie mehr durchgehenden Verbindungen, skizziert Hans-Joachim Menn, Sprecher der Geschäftsführung der federführenden LNVG, die Erwartungen der Aufgabenträger an das länderübergreifende Wettbewerbsverfahren.

Für das so genannte Heidekreuz (Bremen – Langwedel – Uelzen und Hannover – Soltau – Buchholz/Nordheide) summieren sich die Betriebsleistungen auf jährlich rund 2,6 Millionen Zugkilo-meter, die die Aufgabenträger ab Ende 2011 für insgesamt acht Betriebsjahre neu vergeben wollen. Insbesondere auf der Heidebahn zwischen Hannover und Buchholz in der Nordheide sollen sich die Reisezeiten merklich verkürzen. Mit bis zu 15 Minuten allein zwischen Soltau und Hannover rechnen LNVG und Region durch den Einsatz der fabrikneuen, spurtstarken LINT 41 und den Ausbau von 80 auf 120 km/h. Insgesamt sollen für den Ausbau der Heidebahn rund 116 Millionen Euro in Gleisanlagen und Technik investiert werden.

Für den Ausbau auf 120 km/h zwischen Langwedel und Uelzen, der zu den vordringlichen Maßnahmen des Bundesverkehrswegeplanes gehört, ist die Finanzierung leider immer noch offen, drängen LNVG und der Bremer Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa auf eine baldige Mittelzusage des Bundes.

Im Weser-Elbe-Netz (Cuxhaven – Bremerhaven – Bremervörde – Buxtehude) und im Weser-Lammetal-Netz (Hildesheim – Hameln – Rinteln – Bünde/Westfalen und Hildesheim – Bodenburg) sieht das Fahrplanangebot jährlich rund 1,32 bzw. rund 1,35 Millionen Zugkilometer vor, die ab Ende 2011 für einen zehnjährigen Betriebszeitraum neu vergeben werden.

Die Vergabeentscheidung für alle drei Netze ist für den Jahreswechsel, die Aufnahme des Verkehrs zum Fahrplanwechsel Ende 2011 vorgesehen. Damit bleibt den Gewinnern der Ausschreibung noch ein Jahr für die notwendigen Vorbereitungen. In allen drei Netzen kommt mit dem LINT 41 ein Fahrzeugtyp zum Einsatz, der für Fahrgäste ein komfortables Reisen ermöglicht. Für das Heidekreuz hat die LNVG bereits neue LINT 41 bestellt. Diese modernen Fahrzeuge vermietet die LNVG ebenso wie die derzeit in den beiden anderen Netzen eingesetzten Fahrzeuge an die Gewinner der Ausschreibung.

Derzeit fahren im Weser-Elbe-Netz zwischen 800 und 1.300 Fahrgäste täglich. Dort sei noch eine leichte Steigerung der Reisendenzahlen möglich, heißt in der LNVG. Die Züge der Weser-Lammetal-Bahn nutzen derzeit rund 1.300 Menschen. Dies sei bereits eine gute Auslastung, eine nennenswerte Zunahme erwarten die Verkehrsexperten des NWL und der LNVG nicht mehr.

Im Heidekreuz sind zwischen Uelzen und Langwedel etwa 400 und zwischen Hannover und Buchholz rund 1.200 Fahrgäste täglich unterwegs. Auf der Heidebahn erhoffen sich LNVG und Region Hannover eine sehr positive Resonanz der Fahrgäste auf die millionenschweren Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge. Wir rechnen in den nächsten Jahren mit einer starken Zunahme der Fahrgastzahlen, gibt sich LNVG-Geschäftsführer Menn optimistisch.


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  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
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