NWL veröffentlicht Netzzustandsbericht NRW 2010

Teil 2 des NRW-Berichtes zum Schienennetz enthält erstmalig ein Langsamfahrstellen-Monitoring für das Betriebsjahr 2009.

Die Bewertung des Zustandes des Schienennetzes als wesentliche Grundlage für die Bestellung von Betriebsleistungen im SPNV wurde in der Vergangenheit allein von der DB Netz AG vorgenommen. Den Bestellern bzw. Aufgabenträgern fehlte bislang die Möglichkeit, eigene Bewertungen vorzunehmen oder die zugrunde gelegten Bewertungen zu überprüfen.

Vor diesem Hintergrund erarbeitete der NWL im Auftrage des Landes Nordrhein-Westfalen seit 2008 in Abstimmung mit den Aufgabenträgern VRR und NVR den Netzzustandsbericht NRW 2009. Der erste Bericht erfährt in dem nun vorliegenden Netzzustandsbericht Nordrhein-Westfalen Teil 2 2010 eine Fortführung, da dieser den VzG-Vergleich von 1996 und 2009 für das bisher noch nicht untersuchte S-Bahn-Netz in NRW beinhaltet (VzG=Verzeichnis zulässiger Geschwindigkeiten). Mit dem untersuchten RE/RB-Netz von 2009 ist somit das gesamte SPNV-Netz in NRW dem VzG-Vergleich der letzten dreizehn Jahre unterzogen worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung können in dem Abschnitt A des aktuellen Berichtes eingesehen werden.

Der Abschnitt B weicht inhaltlich und methodisch vom VzG-Vergleich ab. Die grundsätzliche Entwicklung der Infrastrukturqualität konnte durch den VzG-Vergleich dokumentiert werden. Allerdings werden die unterjährig auftretenden Geschwindigkeitsbeschränkungen durch temporär auftretende Langsamfahrstellen (La-Stellen) dadurch nicht erfasst. Diese sind nämlich nicht Bestandteil des VzG, da dieses für ein gesamtes Fahrplanjahr gilt; die La-Stellen jedoch in der Regel im Verlaufe des Jahres auftauchen und wieder verschwinden. Parallel zum VzG gibt es die wöchentlich erscheinenden sogenannten La-Verzeichnisse, in denen alle Geschwindigkeitsreduzierungen im Vergleich zum VzG aufgeführt sind. Durch eine Auswertung der La-Verzeichnisse für das Betriebsjahr 2009 kann in dem vorliegenden Bericht nun erstmalig ein profundes La-Monitoring für NRW präsentiert werden. Neben NRW-weiten Angaben finden sich auch aufgabenträgerscharfe Kennzahlen zu Umfang, Dauer und Gründen von La-Stellen.

Im Vergleich zum bundesweiten Netzzustandsbericht von DB Netze konnten regionale Kennziffern hergeleitet werden, die nach Teilräumen und/oder nach Netzkategorien aufgeschlüsselt werden können. Noch liegen jedoch keine Vergleichswerte mit älteren Jahren vor. Für alle weiteren Auswertungen bildet Jahr 2009 jedoch eine umfangreiche Datengrundlage. Eine kontinuierliche Betrachtung der Schieneninfrastruktur ist auch zukünftig erforderlich, um unabhängig die Qualität des nordrhein-westfälischen Schienennetzes zu erfassen, auf Problemfälle aufmerksam zu machen und gemeinsam mit allen Beteiligten Verbesserungsmaßnahmen zu diskutieren.


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  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
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    u.beele@nwl-info.de


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