Der NWL lehnt die Bildung einer Landesgesellschaft für den Nahverkehr in NRW ab

Die NWL-Verbandsversammlung trifft einstimmige Entscheidung zugunsten eines kommunal organisierten Schienenverkehres in NRW.

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) beschäftigte sich am 29. Juni 2010 unter anderem mit dem Thema Neuorganisation des Nahverkehrs in NRW, das Medienberichten zufolge auch Thema der Koalitionsgespräche in Düsseldorf sein soll.

Unter Verweis auf die großen Erfolge des kommunal organisierten SPNV in den letzten fünfzehn Jahren in NRW lehnte die Verbandsversammlung des NWL die Bildung einer NRW-Nahverkehrsgesellschaft einstimmig ab und verabschiedete eine entsprechende Resolution.

Der Verbandsvorsteher des NWL, Winfried Stork, betonte noch einmal: Es ist wichtig, dass die Entscheidungen zum SPNV mit der Bodenhaftung und regionalen Verbundenheit getroffen werden, die in den heutigen kommunalen Strukturen vorhanden ist. Diese haben in den vergangenen Jahren mit der Stärkung des Wettbewerbs im SPNV die Effektivität und Wirtschaftlichkeit des Nahverkehrs auf der Schiene zum Wohle des Fahrgastes konsequent entwickelt.

Die kommunalen Vertreter in der NWL-Verbandsversammlung befürchten unter anderem, dass eine neue Nahverkehrsgesellschaft in NRW zu einer Überbürokratisierung führt, die letztlich zu Lasten von Kunden und Allgemeinheit geht.

Eine derartige Konzentration der SPNV-Aufgaben drohe außerdem die bisherigen Erfolge im Wettbewerb zunichte zu machen, denn die vielbeschworene Marktmacht ist nicht von der Größe eines Bestellers, sondern von dessen Kompetenz und Erfahrung sowie von einem hohen Maß an Flexibilität und Kooperationsbereitschaft abhängig.

Einig waren sich die Vertreter in der NWL-Verbandsversammlung zugleich darin, dass der SPNV in NRW gestärkt und weiter ausgebaut werden muss, um den Anforderungen an eine moderne Mobilität auch künftig gewachsen zu sein. Die dazu erforderlichen Finanzmittel sollten jedoch nicht für neue Aufgabenträgerstrukturen, sondern zum Vorteil für die Nutzer des Nahverkehrs eingesetzt werden.

Hierzu gehört auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Land NRW in sämtlichen wichtigen Aufgabebereichen des SPNV. Dafür und für weitere Optionen einer künftigen landesweiten Kooperation steht der NWL zur Verfügung.

Der Resolutionstext lautet wie folgt:

  • Seit Beginn der Regionalisierung hat sich der SPNV unter kommunaler Aufgabenträgerschaft hervorragend entwickelt, daher spricht sich die Verbandsversammlung gegen die derzeitigen landesseitigen Zielvorstellungen aus, die Organisation des SPNV in einer landesweiten Nahverkehrsgesellschaft zu bündeln. Dieses Vorgehen würde eine Entkommunalisierung der Aufgabe des SPNV in NRW bedeuten.
  • Der Verbandsvorsteher wird aufgefordert gemeinsam mit den beiden anderen SPNV-Aufgabenträgern (NVR und VRR) eine gemeinsame Vorgehensweise und Positionierung abzustimmen.

Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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