Ausschreibung des Schienennetzes „Westliches Münsterland“ gestartet

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt ist eine weitere Ausschreibung von Nahverkehrsleistungen in Westfalen-Lippe gestartet.

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) als Federführer der Ausschreibung vergibt hier gemeinsam mit den Kooperationspartnern Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und den Niederländischen Partnern Provincie Overijssel, Regio Twente und Gemeente Enschede Betriebsleistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf drei RegionalBahn-Linien im westlichen Münsterland. Hierbei handelt es sich um die Linien:

  • RB 51, Dortmund – Coesfeld – Gronau – Enschede,
  • RB 63, Münster – Coesfeld,
  • RB 64, Münster – Gronau – Enschede.

Die Leistungen auf diesen Linien werden zum Dezember 2011 neu ausgeschrieben. Bisher werden zwei dieser Linien (RB 63 und RB 64) von der DB Regio gefahren, die RB 51 von der Prignitzer Eisenbahn.

Mit einem Leistungsvolumen von knapp 3 Millionen Zugkilometern pro Jahr handelt es sich um eine mittelgroße SPNV-Ausschreibung. Das Auftragsvolumen über die Gesamtlaufzeit von zwölf Jahren dürfte bei über 200 Millionen Euro allein für die Betriebsleistungen liegen, die Kosten für Nutzung der Infrastruktur kommen noch hinzu.

Das Fahrplanangebot auf den vergebenen Linien soll sich nicht ändern, das heißt, es wird im Wesentlichen ein Stundentakt gefahren, der in den Hauptverkehrszeiten insbesondere Richtung Münster zu einem Halbstundentakt bzw. in Richtung Dortmund mit der RB 50 zum 20-Minuten Takt verdichtet wird. Auf dem niederländischen Streckenabschnitt wird durchgängig ein Halbstundentakt gefahren.

Neben Neufahrzeugen sind bei dieser Ausschreibung auch gebrauchte Fahrzeuge zugelassen, die allerdings hohe Standards bezüglich ihrer Ausstattung (behindertenfreundlicher Einstieg, Klimatisierung des Fahrgastraumes, optische und akustische Fahrgastinformation) einhalten müssen. Des Weiteren müssen die Fahrzeuge mit Fahrkartenautomaten ausgerüstet sein. Diese Automaten verkaufen Tickets der Tarifräume Münsterland und Ruhr-Lippe sowie des NRW-Tarifs.

Um Service- und Sicherheitsaspekten Rechnung zu tragen, sollen in den morgendlichen Hauptverkehrszeiten und abends ab 19 Uhr sämtliche Züge mit Servicepersonal besetzt sein; in dem übrigen Zeitraum ist eine Besetzung jedes dritten Zuges mit Zugbegleitern vorgesehen. Im Abschnitt Dortmund – Lünen gelten abweichende Regelungen.

Die interessierten Verkehrsunternehmen haben nun bis April 2009 Zeit, ihre Angebote abzugeben. Die Vergabeentscheidung des NWL soll dann im Frühsommer fallen.

Die Region Westfalen-Lippe wird mit dieser Ausschreibung ihre Spitzenposition im deutschlandweiten Vergleich hinsichtlich der Ausschreibungsquoten weiter festigt. Dieser Weg hat sich mit guten Qualitäten, attraktivem Service und dadurch bedingt überdurchschnittlichen Fahrgaststeigerungen in den letzten zehn Jahren bewährt.

Die gute Zusammenarbeit mit den niederländischen Organisationen zeigt auch, dass Planung und Durchführung von Wettbewerbsverfahren im SPNV auch über Landesgrenzen hinweg funktioniert.


Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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