Gründung der neuen Nahverkehrs-Organisation für Westfalen-Lippe wurde vollzogen

Das zum 1. Januar 2008 in Kraft getretene neue ÖPNV-Gesetz für NRW sieht vor, das sich die bislang neun Verkehrsräume im Lande zu drei Nahverkehrs-Organisationen zusammenschließen: Rhein-Ruhr, Westfalen-Lippe und Rheinland. Mit der Gründung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) haben dazu die fünf westfälischen Zweckverbände den Grundstein gelegt. Am 14. Januar 2008 fand hierzu die erste Verbandsversammlung des NWL in Unna statt.

Der NWL wird gebildet von den Zweckverbänden Ruhr-Lippe (ZRL), Münsterland (ZVM) und Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) sowie den Verkehrsverbünden Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) und Paderborn-Höxter (NPH). Sitz des NWL ist Unna, an den Geschäftsstellen der Mitglieder in Siegen, Bielefeld, Münster und Paderborn werden wesentliche Aufgaben des NWL wahrgenommen.

Kernaufgabe des NWL ist die Organisation und Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV). Seit Beginn der Regionalisierung des SPNV im Jahre 1996 hat besonders der westfälische Raum eine beispiellose Erfolgsbilanz vorzuweisen, die sich unter anderem auch in erheblichen Zuwächsen bei den Fahrgastzahlen niederschlägt. Bei der Neuorganisation galt es daher, diese bewährten Strukturen zu erhalten. Ansprechpartner vor Ort bleiben die bekannten regionalen Zweckverbände. Gleichzeitig gilt es, die organisatorischen Vorteile einer starken gemeinsamen westfälischen Dachorganisation zu nutzen.

Die Verbandsversammlung des NWL besteht aus 45 Vertretern der fünf westfälischen Verkehrsräume. Zum Vorsitzenden der Versammlung wurde Herr Frank Beckehoff, Landrat im Kreis Olpe, gewählt.

Herr Winfried Stork, Kreisdirektor des Hochsauerlandkreises und Verbandsvorsteher des ZRL, wurde zum Verbandsvorsteher des NWL gewählt. Die Funktion des Sprechers der Geschäftsführung wird von Herrn Burkhard Bastisch (Geschäftsführer des ZRL) übernommen. Die Stellvertretungen werden – ebenfalls in Personalunion – durch die Leitungen der Geschäftsstellen an den regionalen Standorten gestellt. Dadurch wird die Einbindung sämtlicher westfälischer Regionen in die neuen Strukturen sichergestellt. Die Funktionsträger im Einzelnen sind der Anlage zu entnehmen.

Herr Bastisch, Herr Beckehoff und Herr Stork (von links)
Herr Bastisch, Herr Beckehoff und Herr Stork (von links)

Mit einem Gesamtvolumen von rund 32 Millionen Zugkilometern jährlich gehört der NWL zu den sieben größten Leistungsbestellern in Deutschland. In NRW bildet er den zweitgrößten Besteller von SPNV-Leistungen nach dem VRR. Für diese SPNV-Leistungen stehen im NWL Finanzmittel in Höhe von rund 255 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.

Aber auch die bislang von den Bezirksregierungen durchgeführte ÖPNV-Infrastrukturförderung wird künftig vom NWL am Standort Münster wahrgenommen, hier sind für 2008 rund 16 Millionen Euro für Westfalen-Lippe vorgesehen. Außerdem gehören unter anderem das Aufstellen eines westfälischen Nahverkehrsplans, das westfälische Nahverkehrs-Marketing und die Weiterentwicklung des SPNV-Wettbewerbs zu den Aufgaben des NWL.

Mit Gründung des NWL ist auch die Verankerung eines landesweit tätigen Kompetenzcenters für den Integralen Taktfahrplans (ITF) in NRW am Standort Bielefeld verbunden, das in Abstimmung mit dem Land sowie den Verkehrsräumen Rhein-Ruhr und Rheinland wichtige Aufgaben bei der Weiterentwicklung des Leistungsangebotes des SPNV für ganz NRW übernehmen wird.

Die Vertreter der westfälischen Zweckverbände zeigten sich während der 1. Verbandsversammlung des NWL optimistisch, dass der NWL den Raum Westfalen-Lippe auf Landes- und Bundesebene kompetent und erfolgreich vertreten wird. Die dezentralen Strukturen stellen zugleich sicher, dass die Nähe zu Fahrgästen und Öffentlichkeit in den Regionen erhalten bleibt.


Weitere Informationen

Ansprechpartner

  • Uli Beele

    Uli Beele

    – Pressesprecher –

    Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)
    Friedrich-Ebert-Straße 19
    59425 Unna
    02303 9526312

    u.beele@nwl-info.de


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